Künstlerin im Porträt: @meep

Aufgepasst, Leute: Diese Woche gibt es ein neues Interview hinter den Kulissen mit keiner Geringeren als der talentierten @meep. Meep ist eine Pop-Art-Künstlerin, bekannt für Nostalgie mit Twist. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt, also schauen wir mal, was sie zu sagen hat.

1. Juli 2022

Design von @Meep
Artwork in Arbeit
So entsteht die Robotermaus

Ein Blick in die kreative Welt von Meep

StickerApp: Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Meep: Ich würde sagen, mein Stil ist eine Mischung aus Pop-Art und Surrealismus. Etwa 95 % meiner Arbeiten basieren auf irgendeinem Cartoon, Horrorfilm, Schauspieler, Musiker oder einer Band und so weiter.

Ich nehme gern lustige, nostalgische Gefühle und drehe sie um, entweder durch eine Art Mash-up oder durch eine alberne, oft ziemlich unreife Neuinterpretation. 

StickerApp: Was ist deine Lieblingstechnik?

Meep: Meine Lieblingstechnik? Wow... ähm... alles? Haha! Die meisten meiner Arbeiten sind digital, und da wechsle ich einfach, wenn mir langweilig wird (mir wird oft langweilig). In letzter Zeit macht es mir digital richtig Spaß, Bilder zu bearbeiten und zu manipulieren. Mit Procreate füge ich Farbe hinzu und male oder zeichne in Bilder hinein. Im Grunde ist es dieselbe Idee wie bei den meisten meiner digitalen Zeichnungen (Mash-ups usw.), nur dass ich versuche, mit einem fotorealistischeren Look zu spielen.

Zwei meiner Lieblingsarbeiten mit dieser Technik: ein nachgebautes Animorphs-Buchcover, auf dem sich mein Corgi Billy langsam in ein Brot bzw. einen Hotdog verwandelt

StickerApp: Wer oder was inspiriert dich am meisten?

Meep: Meine größte Inspiration ist meine kleine Schwester. Als sie klein war, hatte sie die wildeste Fantasie, und genau diese Fantasie versuche ich in meine Arbeit zu stecken. Sie war schon immer total kunstbegeistert, also habe ich ihr zu jeder Gelegenheit Malsachen geschenkt. Ich weiß noch, wie ich von meinem alten Job riesige Papierrollen mitgebracht und ihr zum Zeichnen und Malen gegeben habe. Als ich ein paar Wochen später wiederkam, hatte sie eine komplette Rolle verbraucht! Und es war echt verrücktes Zeug! Haiflugzeuge („Das ist ein Flugzeug, aber es ist ein Hai!“), schräge Szenen, in denen unglaublich viel los war (stell dir Boschs Triptychon vor, nur von einer Sechsjährigen gemalt), und Neuinterpretationen von Cartoons, die sie mochte. Ich könnte jetzt eine Liste mit Warhol, Basquiat, Ray Johnson und so weiter runterrattern, aber keiner von ihnen kann meiner kleinen Schwester das Wasser reichen.

StickerApp: Wie hat alles angefangen?

Meep: Hmm... Es hat alles „angefangen“, sobald ich einen Wachsmalstift halten konnte. Ich habe schon immer gern gezeichnet und Dinge gemacht. Meep (der Name ist übrigens von meiner kleinen Schwester inspiriert) entstand nach einer langen Kunstpause, in der ich einfach das Gefühl hatte, dass mir etwas im Leben fehlt. Ich wollte wieder Kunst machen und habe eines Tages angefangen, in Madison, WI, selbstgemachte Sticker, Wheatpaste-Poster und so weiter zu verkleben. Damals war alles physische Kunst. Vor allem Street Art.

„Erst ein paar Jahre später hat mir mein Freund Nathan zum ersten Mal ein iPad Pro gezeigt, und alles hat sich verändert! Das war vor etwa 7 Jahren“

StickerApp: Hast du einen Tipp für alle, die gerade anfangen?

Meep: Mein wichtigster Tipp für Künstler ist von einem Zitat von Charles Bukowski inspiriert, das übrigens auch auf seinem Grabstein steht, haha. Da steht einfach „Don’t try“. Ich glaube, er meinte damit etwas ein bisschen anderes als das, was ich daraus gemacht habe. Für MICH als Künstlerin bedeutet „Don’t try“: Kunst ist etwas, das man zum Leben BRAUCHT. Atmen, essen, trinken, schlafen, ____en und „kunsten“. Diese Dinge „versuchst“ du nicht. Du machst sie einfach, um zu leben. Du machst sie nicht in der Hoffnung auf Anerkennung, und zumindest sollte das auch nicht der Grund sein, Kunst zu machen. Wenn du Kunst für Geld oder Anerkennung machst, hättest du wahrscheinlich bessere Chancen bei einem Probetraining in der NFL. Ich mache Kunst, um das ganze verrückte, kaputte Zeug auf dieser Welt zu verarbeiten. Es ist Therapie, und ich hoffe einfach, dass es auch für die Betrachter ein bisschen Therapie sein kann. Eine Flucht aus der Realität, und sei es nur für eine Sekunde.

Die weniger tiefgründige Antwort: Hol dir ein iPad Pro mit 256 GB Speicher! Geh zu deinem Vollzeitjob, falls du einen hast, komm nach Hause, bleib bis 3 Uhr morgens wach und erschaffe was, und dann alles wieder von vorn, weil du es einfach musst. Ups! Jetzt bin ich schon wieder tiefgründig geworden.

StickerApp: Lieblings-App oder -Programm? 

Meep: Meine Lieblings-App für Kunst ist Procreate. Die nutze ich für 99 % meiner Arbeiten (für das restliche 1 % nehme ich Adobe Draw). Es sei denn, das war eine Fangfrage, dann ist meine Lieblings-„App“ natürlich STICKERAPP!!! :P

 

Danke, Meep, für deine lieben Worte und das spannende Interview. Wir freuen uns schon auf viele weitere spannende Gespräche.

Danke, dass du dir Zeit für uns genommen hast!
Lust auf mehr? Hier geht’s zu @the_real_meep auf Instagram.


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